Zeichnung von M. Tomadini: Auf dem Marsch nach Bergen (Associazione Nazionale Ex Internati, Venti Mesi Fra I Reticolati. LX Tavole del Cap. Prof. M. Tomadini, Rom 1999, Tavola LV.)

„Zur Freiheit hin“ – Italienische und französische Offiziere auf dem Marsch nach Bergen

Mitte April befinden sich im Oflag 83 Wietzendorf etwa 4.000 italienische und etwa 3.000 französische Offiziere. Als am 16. April 1945 britische Soldaten endlich das Lager erreichen, währt die Freude der Offiziere nur kurz: Die Briten verlassen Wietzendorf am selben Abend wieder und setzen ihren Vormarsch fort. Stattdessen treffen erneut deutsche Truppen ein. Da sich der Ort noch immer in umkämpftem Gebiet befindet, lehnt die Wehrmacht jegliche Verantwortung für die Lagerinsassen ab und vereinbart mit den britischen Truppen den Abmarsch der italienischen und französischen Kriegsgefangenen hinter die britischen Linien.

Giovanni Guareschi, der Autor von „Don Camillo und Peppone“ notiert in seinem Tagebuch für den 22. April 1945: „Die Deutschen „schenkten“ uns den Alliierten. Ohne zu wissen wie, marschierten wir also auf einer Straße, an deren Seite von Flammenwerfern versenkte Wälder standen. Wir begegneten ausgeweideten Panzern und abgebrannten Jeeps, und an den Baumstämmen sah man die Spuren der Maschinengewehre. Wir gingen ohne Geleit mit einer Fahne des Roten Kreuzes an der Spitze der Kolonne.“

In Bergen beziehen die Offiziere Quartier in den von den deutschen Bewohnern geräumten Häusern.

Literatur:
Giovanni Guareschi: Diario clandestino. 1943-1945, Milano 1996

Pietro Testa: Wietzendorf, Rom 1998